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 Aus Mackenzies "erstem" Leben

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Mackenzie

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BeitragThema: Aus Mackenzies "erstem" Leben   Di Aug 11, 2009 12:31 pm

Die ja nun mein Katerchen seine Story gepostet hat....naja... wühl ich meine auch mal raus Wink

Diese spielt in einer fernen, fernen Zukunft. In einer anderen Zeit, in einem anderen Spieleuniversum, auf dem Planeten Rubi Ka. Auch dort lebte eine Mackenzie.
Zusammen mit ihren Freunden und Kollegen des VETERAN NETWORKS.
Viel Spass beim ersten Abschnitt (wenns Euch gefällt, es ist eine recht umfangreiche Geschichte geworden, ich poste gern mehr!Kommentare, Anregungen, Kritik und Fragen sind erwünscht..)


MEINE SCHWESTER HEISST POLYESTHER



Erstes Kapitel *In geheimer Mission*

Warmer Wind wehte durch den Hinterhof mit der Nummer „2“. Wenn man genau hinhörte, hörte man das geschäftige Treiben Old Athens bis hierher.
Doch die junge Frau, die dort auf einem aus Seegras geflochtenen Hocker saß, war vertieft in ihre Arbeit.
Sie hielt ein blau schimmerndes Scharfschützengewehr auf ihren Knien, welches sie andächtig zerlegte und putzte. Dabei sang sie den Refrain eines Songes aus lang vergangenen Tagen.


I'm trouble
Yeah trouble now
I'm trouble ya'll
I disturb my town
I'm trouble
Yeah trouble now
I'm trouble ya'll
I got trouble in my town
Noch vor ein paar Wochen hatte sie diese Arbeit in einem mit Lehm verputztem Bungalow in Tir erledigt. Ihr altes Büro. Gut, sie mußte sich dieses Ladengeschäft mit einer aufgetakelten Dame mittleren Alters teilen, die dort ihre Wüstenbekleidungsbotique „Kein Sand im Getriebe“ betrieb. Nora hatte diese Frau gehasst! So etwas affektiertes!
„Fräulein Brinx“, hatte sie geflötet. „Fräulein Nora Brinx finden sie dort hinten an dem klapprigen Schreibtisch.“ So hatte sie Kunden auf die Agentin hingewiesen.
Nun diese Zeiten waren jetzt vorbei. Die Firma „Kanonenfutter“ hatte sie betriebsbedingt gekündigt. Gezahlt hatten sie eh immer schlecht! Nora war zu den „Veteran Networks“ zurückgekehrt, auch wenn sie hier ständig ihre besorgte Mutter um sich hatte.
Und gerade diese trat gerade von der Strasse durch das Tor in den Hof. Ihr Tochter sah von der Arbeit auf.
„Hey Ma!“ Rief sie der rothaarigen Abenteurerin zu. Iocasta lächelte. Sie war nur knapp zehn Jahre älter als das schmale Opifex Mädchen., welches grad auf den Hocker neben sich klopfte. „Hock dich hin.“ Sagte Nora.
Wenn sie in die braun-gelben Augen ihres Zöglings guckte, sah sie die selbe Liebe, die sie selbst für das Mädchen empfand.
Iocasta, oder nennen wir sie bei ihrem Arbeitstitel Mackenzie, hatte Nora als Findelkind großgezogen, als sie selbst noch lange nicht erwachsen war. Nur das wäre eine andere Geschichte....

Mack zog sich die Stiefel aus und legte die Beine auf den niedrigen Beistelltisch. Die Sonne war herrlich, die Luft furztrocken und duftig. Es wurde langsam Sommer.
Die Agentin polierte schweigend weiter, ab und zu spuckte sie auf das Baumwolläppchen. Ihre Mutter fing ohne Vorwarnung an zu reden: „Eigentlich bin ich ja hier, weil ich eine Aufgabe für dich habe!“ Ihre Augen waren immer noch geschlossen und die Stimme gelassen, obwohl sie bestimmt wichtige Nachrichten überbringen wollte. Das Wetter hatte sie zum Verweilen verführt.
„Was gibs denn Ma?“ Nora sprach wie immer so, als ob sie auf einem Kieselstein lutschte. Sie hatte eine fürchterliche Aussprache.
Die Gefragte nickte mit dem Kopf Richtung Rundbogen. „Heute früh habe ich ein Mädchen auf dem Hügel hier in Athen aufgelesen. Eine Fex, sie hat mich stark an dieses kleine Mädchen hier erinnert.“ Mack kniff der empört dreinschauenden Nora in die Wange.
„Sie hat mich gefragt, ob ich einen Job für sie hätte. Naja, und da die Firma grad am expandieren ist, hab ich sie, nach Rücksprache mit dem Chef, vorläufig als Lehrling eingestellt. Die Kleine turnt gerade da drüben im Trainingsareal rum.“ Erneut nickte sie zu dem Durchgang in der Hofmauer.
„Ich dachte mir, du könntest sie eine Weile betreuen. Das Mädel ist sehr aufgeweckt und wandelbar. Ich denk, der Agentenberuf ist der richtige für sie.“
Manchmal musste sich Nora doch stark über Mack wundern.
„Seit heude früh?“ Es war mittlerweile vier Uhr nachmittags. „Guck sie dir einfach einmal an. Sie hat sich für den Namen Polyester entschieden, wirst schon sehen warum.“ Mackenzie zwinkerte. Inzwischen hatte sie wieder ihre Schuhe angezogen und stand auf.

Bei den großen Firmen Rubi Kas war es üblich, statt einer Stamm- oder Betriebszugehörigkeitsnummer einen „Deck“namen zu wählen. Iocasta zum Beispiel hatte sich für „Mackenzie“ entschlossen, weil sie mit ihrem feuerrotem Haar gut als Schottin durchgehen könnte. Andere Kollegen wählten auch einfach nur einen Namen, den sie vom Klang her schön fanden, oder der zu ihrem Beruf passte.

Mack verließ den Hinterhof und ließ eine verdutzte Nora zurück.

„Komm her du unglückseliger Wurm. Nimm das und stirb!“ Das Mädchen schlug mit den Händen auf ein Leet ein. Es quiekte ein letztes Mal erbärmlich und sackte dann regungslos in sich zusammen.
Nora zog die Augenbrauen hoch, sie hatte zwar kein Mitleid mit dem Geschöpf, aber zu ihrer eigenen Verwunderung war sie erschrocken über die Brutalität des Kindes. Ja, das Mädchen, welches dort übte zu töten, war definitiv noch ein Kind. Es war vielleicht gerade zwölf Jahre alt, schätzte die Agentin.
Nora stand direkt hinter ihrem Lehrling, sie hatte sich gekonnt angeschlichen. Neugierig beäugte sie ihren Schützling.
Polyester. „Du wirst schon sehen warum.“ Hatte Mack gesagt. Allerdings, der Name passte. Das Kind trug einen gelben Anzug aus Kunstgewebe. Dazu geringelte Kniestrümpfe und ebenso gelbe Turnschuhe. Das Haar hatte sie mit Haargummis zu zwei Hörnern geformt, um das Handgelenk trug es ein klimperndes Kettchen. Nun stand es keuchend da, die Arme in die Seiten gestemmt.
„He Kleine, ganz schön abgebrüht für dein Alter!“ Polyester zuckte zusammen und schnellte kampfbereit herum. Aber hinter ihr stand niemand.
„Hier unden, Dussel!“
Sie wurde panisch. Unten? Wild atmend riss sie die Augen weit auf. Nora erkannte, dass diese feuerrot waren. Selbst für eine Fex eine ungewöhnliche Nuance.
„Ich seh dich überhaupt nicht!“ Die Stimme wurde ängstlich. Die Agentin beendete das Spiel indem sie das Nano Programm in ihrem internen Speicher löschte, welches sie winzig klein machte. Das würde sie dem Kind auch beibringen müssen. Wie man in dieser Form nicht als Häppchen für jeden dahergelaufenen Köter endete.
„Iiiiek!“ Das Quieken war dem des sterbenden Leetes erstaunlich ähnlich. Polyester hatte sich erneut fürchterlich erschreckt.
Jetzt standen sich die beiden Mädels gegenüber. Etwa gleich groß und von der selben blass-grauen Hautfarbe.
„Tach. Mein Name is Nora Brinx. Ich soll dir ma den Beruf des Agents näher bringen. Kannst mich aber Nora nennen.“
„Nora Brinx? Lustig!“ Das Mädchen kicherte. „Also ich hab mir gedacht, ich nenn mich passend zu meinen Klamotten. P-o-l-y-e-s-t-e-r, cool was?“
Nora versuchte nicht wütend zu werden. Die Kleine hatte keinen Respekt! So etwas vorlautes...Nora straffte die Schultern und baute sich autoritär vor dem Kind auf. Sie gab ihre Stimme einen festen, strengen Klang: „Du hast ´ne ganz schön große Klappe, Kleine1 versuch ma dich zu drosseln, sonst erdrossel ich dich.“
Die „Kleine“ lachte lauthals. „Krass, so habe ich mir einen Killer immer vorgestellt. Das wird bestimmt mega spannend mit dir! Was machen wir als erstes? Wann geht's los? Krieg ich auch so´n cooles Gewehr?“ Aufgeregt wie ein gelber Gummiball hopste Polyester auf und ab.
„Nein! Du kriegst keine Knarre! Wie sollst du auch schießen, wenn du so zappelst?! Das is hier ein Scharfschützengewehr. Das heißt mit Ruhe und Konzentration wird geschossen. Man bist du blöd! Komm mit....“ Die Worte verfehlten ihre Wirkung. Immer noch hüpfend vor Aufregung folgte das Kind der genervten Nora zurück in den Hof.
„Was jetzt? Wo gehen wir hin?“ Fragte sie.
„Ich geb dir erstmal ´nen Appartment Schlüssel, damit du weißt wo du deinen Krempel lassen kannst.“ Knurrte die Ältere.
„Welchen Krempel?“
„Den, den du finden wirst in nächster Zeit. Du bist jetzt beschäftigt bei den Networks und wohnst bei uns. Haben viele ´ne Bude in Hof 2.“
„Oha. Suuuper! Eine eigene Wohnung....was machen wir dann Nora?“
„Halt die Schnauze! Hör doch ma auf zu fragen und zu plappern, ich krieg ja Ohrenkrebs!“ Sie packte Poly an den Schultern und schüttelte sie kräftig durch. Und tatsächlich, das dynamische Zappeln in der Kleinen hörte auf. Aber sie weinte nicht, sie sah auch nicht beleidigt oder wütend aus. Nein, sie lächelte Nora besonnen an. „weißt du Nora, ich finde dich richtig cool!“



Zuletzt von Mackenzie am Di Aug 11, 2009 12:41 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Aus Mackenzies "erstem" Leben   Di Aug 11, 2009 12:32 pm

Eine knappe Stunde später hockten die beiden auf dem staubigen Boden des Hofes. Nora durchsuchte ihr Bankfach nach Ausrüstung für ihren Azubi. Diese lag vielmehr bäuchlings im Sand und zeichnete mit einem Stöckchen Muster in den Dreck. Dabei summte und kicherte sie in einer Tour, aber dies wurde inzwischen ignoriert.
„Sag mal Nora, wie geht das mit diesen Banken? Ich hab das oft gesehen, aber nicht kapiert.“

„Es ist im Grunde genommen ersteinmal nur eine Liste von Gegenständen, die in deinem Besitz sind. Wenn du dem Fach etwas entnehmen möchtest, wird das Gesuchte aus einem Reservoir, einem unterirdischem Port, in die Klappe dort unten befördert. Dies geschieht natürlich nur bei regulären Items, wie zum Beispiel Implantaten oder Heilspindeln, zeitnah. Bei seltenen Gegenständen sollte man an den Bankterminal gehen, in den man eingelagert hat. Das verkürzt die Warteschleife.“

Nora wurde rot. Diese Stimme gehörte Innenraum. Sie hatte ihn gar nicht auf den Hof kommen hören.
Sie wurde deswegen rot, weil dieser stattliche Fixer Grund ihrer schlaflosen Nächte war. Gelenkig ließ er sich neben den beiden in den Schneidersitz nieder.
„Na kleine Maus. Du bist wohl die von Mack hoch gepriesene neue Agentin?“
Polyester strahlte. „Jupp, die bin ich. Gestatten, Polyester.“ Sie reichte ihm die gelb behandschuhte Hand. Das Armband klingelte leise.
„Angenehm, Innenraum mein Name.“ Er deutete einen Handkuss an.
Nora errötete noch mehr, diesmal aus purer Eifersucht. „Sie is noch längst keine Agentin!“ Keifte sie. Biss sich dann aber schnell auf die Lippen, denn dieses kindische Gehabe würde ihn bestimmt nicht imponieren.
„Und was die Ausrüstung angeht, Mäuschen, ich habe nichts passendes gefunden. Du musst erst erfahrener werden.“ Fügte sie schnippisch hinzu.
„Macht ja nichts Chefin. Ich werde sicher rucki zucki erfahrener, und dann krieg ich meine eigene Wumme!“ Poly war wieder aufgesprungen. Wild gestikulierend beschrieb sie, wie sie sich ihr Gewehr vorstellte. Eigentlich hätte dies Nora auf die Palme gebracht, aber die ließ lächelnd den Blick in Innenraums Gesicht verweilen. Der war zunächst von Polyesters Ausführungen abgelenkt, dann aber trafen sich ihre Blicke und er grinste gewinnend zurück.
Die Kleine merkte lange nichts, dass ihr niemand zuhörte. Erst bei der Frage: „Bekomm ich dann auch so ´ne gefährlich aussehende Wollmütze?“ Auf die sie keine Antwort bekam, geriet sie ins Stocken. „Hallo? Ey, ihr hört mir ja gar nicht zu!“ Sie blickte in zwei, leicht gerötete Gesichter. Der Fixer hatte Noras Hand in seine genommen.
„Ahh alles klar ihr Turteltäubchen. Wusste ja nicht, dass ihr sooo verknallt ineinander seit.“ Sie kicherte albern. Das ließ die Agentin aufschrecken aus ihren rosaroten Träumen.
„So nu halt ma den Mund und pass auf. Innen ist hier, weil er Hilfe braucht. Er muss heute noch einige Aufträge erledigen bei denen wir helfen können. Da lernste was!“
„Was für Aufträge Innenraum?“ Die Neugierde war in dem Mädchen geweckt.
„Nano Kristalle blitzen muss ich. Und zwar eine ganze Menge. Wenn ihr beiden Hübschen mir helft, sind wir heute Abend noch fertig, und ich lade euch zu einem netten Dinner ein.“

„Euch?“ Dachte Nora. „Na toll, mein erstes Date mit ihm hab ich mir aber anders vorgestellt! Jetzt hab ich so´n Klotz am Bein!“
Innenraum hatte Poly erklärt was „blitzen“ war, nämlich das illegale besorgen von Ausrüstungsgegenständen aus Omnitek-Stützpunkten, Versuchseinrichtungen oder geheimnisvollen Verstecken.
Dazu schlich der Fixer sich in das Gebäude, oder manchmal auch Höhlenlabyrinthen, ein und versuchte möglichst schnell und unentdeckt seinen Diebstahl vorzunehmen. In manchen Fällen erfüllte er auch einen Auftrag eines Kunden und bekam das Ersehnte dann als Belohnung.
Das Ziel des Dreiergespanns war eine unterirdische Höhlenanlage in den Wäldern Varmints. Der Fixer hatte über das Netz Informationen erhalten, das dort ein passender Nanokristall zu finden sei.

Nun saß Polyester dicht an Noras Rücken gepresst. Die Wange fest an ihre Schulter gedrückt. Die Agentin hatte das Kind hinter sich in die Yalmaha gesetzt. Ein Flugzeug für eigentlich nur eine Person, aber die Fexmädchen waren leicht und schmal genug, um sich zu zweit in das Gefährt zu quetschen.
Normalerweise hätte Innenraum ihnen Zugang in das GRID-System gewährt, aber Polys Körper war noch nicht „verkabelt“, wie es umgangssprachlich hieß.
Diese Sache sollte genauer erklärt werden:
Rubi Kas Technik war erstaunlich weit fortgeschritten in den letzten Jahrzehnten. Wollte man „früher“ seinen Körper zu Höchstleistungen treiben, nahm man Bewusstseins erweiternde Stoffe zu sich. Profan ausgedrückt: Drogen.
Kluge Köpfe des Konzerns Omnitek ersannen sich ein Implantaten-Konzept, welches nebenwirkungsfrei den im Berufsleben stark geforderten Konzernmitarbeiter Erleichterung im Ausüben seiner Tätigkeiten verschaffte.
Dazu ist eine, mittlerweile ambulant durchführbare, Operation am Stammhirn und an bestimmten Nervenknoten nötig. Der Körper wird darauf vorbereitet, elektronische Fremdimpulse und Nanoprogramme zu erkennen.
Für Außenstehende ist diese „Verkabelung“ nur durch blank polierte, glänzende Kontaktpunkte ersichtlich. Diese befinden sich an den Gelenken der Gliedmaßen, im Genick, an den Schläfen und hinter den Ohren.
Es wird zwar immer noch von „Implantate bauen“ geredet, aber im Grunde genommen wird nur ein kleiner datentransportierender Chip angefertigt, der im erwünschten Körperteil ein Update vornimmt. Dies geschieht, indem der Chip auf den Kontaktpunkt aufgelegt wird. Dort verbleibt er, bis der dezinfizierende und impulsverstärkende Strahl des Klinik-Terminals erlischt.
Die vorbereitende OP wurde in der Regel nur bei ausgewachsenen Menschen vorgenommen, um Schädigungen des Nervensystems zu verhindern. Und die natürliche Entwicklung von Muskelgewebe nicht zu unterbrechen.
Dieser Eingriff war extrem kostspielig, der Konzern übernahm diese Summe aber gern für seine Mitarbeiter.
Jedoch hatten sich auch die Clans diese Methode angeeignet, nur noch selten wurden altertümliche Kunstmuskeln eingesetzt.
Polyester würde diese Operation bezahlt bekommen, wenn sie sich in der Firma bewährte.



(Der besagte "Backyard 2"-Hinterhof. Da wurde der Trader "Fundvogel" getwinked, also bestmögliche Waffen eingesetzt.
Man sieht, es ist Jahre her...Anarchy online ist ein altes "Mädchen" Wink Aber es sind durchaus Parallelen zu AoC zu erkennen!)



(Bild mit geöffnetem Inventar und Skillsystem...alles sehr viel umfangreicher als in AoC! Es wird "Tinahack" gezeigt, ein Char von unserem Jackhack.)


Zuletzt von Mackenzie am Di Aug 11, 2009 1:29 pm bearbeitet; insgesamt 7-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Aus Mackenzies "erstem" Leben   Di Aug 11, 2009 12:33 pm

„Wehe du sabberst mir auf die Klamotten!“ Warnte Nora unterdessen.
„Werd ich schon nicht Chefin. Sag mal, darf ich dann auch mal schießen?“
„Du wirst dich ma geschmeidig zurückhalten, meine Kleine. Das ist nicht so einfach wie du vielleicht denkst.“ Nora würde niemals zugeben, dass ihr dieses nahe Gefühl zu dem Kind gefiel. Sie spürte den warmen Atem im Nacken und die kleine roch nach frisch gebackenem Apfelkuchen. Eben irgendwie süßlich-frisch, mit einem Hauch warmer Geborgenheit.
In der Ferne sah die Agentin etwas in der Sonne aufblitzen, sie beschleunigte noch mehr. Die Yalm sauste über den leicht begrünten Steppenboden und ließ Polyester aufjauchzen. Dort fing der Wald an, und zwischen den alten Laubbäumen reflektierte Innenraums Waffe die Abendsonne.

„Komm gib mir deine Hand, ich helfe dir raus.“ Der Fixer hielt Nora seine rechte Hand entgegen. Ihr Schützling war schon voreilig und vor Aufregung vibrierend an das dunkle Loch im Boden getreten, welches der Eingang zur Höhle sein sollte.
„Ich kann das al....“ Fing die Agentin an, aber der junge Mann hatte sie schon gepackt und zog sie zu sich heran. Noras Atem stockte, sie blickte etliche Zentimeter hinauf in sein Gesicht, in die sanften Augen, das wilde Gesichtstattoo, wie es sich wohl anfühlte?
„Kommt weiter! Ich will Action!“ Poly hatte Innenraums andere Hand gegriffen und zog ihn in das Loch. Die Dunkelheit verschluckte sie.
„Sche1sse!“ Nora beeilte sich hinter ihnen her zu kommen.
Die Anlage war eine typische Omnitek Forschungseinrichtung. Unter der Erde, geheimgehalten, von außen einer Höhle täuschend ähnlich.
Im Inneren lange Flure, dunkler PVC Boden, die Decke mit Stahlpfeilern abgestützt. Überall rankten Pflanzenteile und Wurzelgestrüpp durch die Wände. Es roch abgestanden, nach Reinigungsmittel und nach Schimmel.
„Hier war lange niemand mehr.“ Raunte Innenraum. „Aber ich höre Schritte.“ Widersprach im das Kind an seiner Seite. Nora hatte sich stark verkleinert und lief konzentriert und stumm hinter ihnen.
„Das werden zurückgelassene Versuchstiere sein.“ Der Fixer antwortete nur knapp. Er hatte den Radarbildschirm, auf dem Monitor seines Decks, welches er am linken Handgelenk trug, eingeschaltet.
Wie Nora auch trug er keinen altmodischen Gürtel mit dicken Speichersteinen, er hatte auf das kleine Handgelenkdeck mit Ultraschall/ Impulstechnik umgestellt. Wie früher bei den Gürteln auch, wurde eine Eingabeoberfläche mit Nummernblock vor den Anwender projektiert. Neuerdings in flottem 3-D Design.
„Poly, du bleibst jetzt gefälligst zurück...“ Nora war angespannt. Hier lief etwas herum, ihr eigener Radar zeigte es deutlich an. „Wenn du hier abgemurkst wirst, dreht mir Ma den Hals um!“
Innenraum wurde noch deutlicher: „Du bleibst genau hier stehen, bis wir dich holen!“ Polyester schob trotzig die Unterlippe vor, sagte jedoch nichts.
„Komm Kleine, dann mal los.“ Flüsterte Innenraum fast. In Polys Beinen zuckte es, und sie wollte schon glücklich über die plötzliche Aufforderung loslaufen, als sie merkte, dass er mit der Agentin gesprochen hatte. Also ließ sie sich dort auf den Boden plumpsen, wo sie soeben noch gestanden hatte.
Nora hingegen ging leicht in die Hocke und schlich auf die Abzweigung des Flurs zu. Innenraum wartete einige Sekunden und versuchte ihr möglichst lautlos zu folgen.
Polyester atmete flach, und ärgerte sich maßlos darüber, dass ihr eigener Atem so schrecklich laut in ihren Ohren hallte.
Luft anhalten!
Nun pochte und rauschte es. Ihr Herz pumpte mit hoher Frequenz frisches Blut durch ihre Arterien. Ganz ruhig.
Sie atmete wieder leise ein, lauschte. Es war beängstigend ruhig. Sie konnte ihre Begleiter nicht mehr sehen, sie waren um die Ecke gebogen. Was würde aus ihr werden, wenn die beiden getötet würden? „Dann lauf ich eben ganz schnell raus und flieg die Yalm alleine!“ Die Worte, die ihr Mut machen sollten, waren so leise gesprochen, dass sich nur ihre Lippen bewegten. Tonlos. Das Kind hatte schreckliche Angst.
Keine Geräusche, die Notbeleuchtung des Ganges flackerte in einem fahlen ockergelb. Neben ihr tröpfelte es von einer Baumwurzel.
„Mist, ich muss mal.“ Jammerte sie in sich hinein. Dann hörte sie es klicken, ein Abzug, kurz darauf der Schuss, durch einen Schalldämpfer auf ein kaum hörbares Minimum reduziert. Das musste Noras Gewehr gewesen sein. Ein einziger gezielter Schuss, auf der ein dumpfe Aufprall der Leiche folgte. Wenn der Gegner zuerst angegriffen hätte, wäre es zu einem Kampf gekommen, denn der Fixer war ja auch noch da.
Poly keuchte, dann eine erlösende, gezischte Aufforderung: „Polyester, jetzt komm schon!“ Das Kind sprang auf die Füße und lief auch um die Ecke in den anderen Gang. Dort standen ihre Lehrmeister, zu ihren Füßen lag ein Robohund. Er hatte nicht einen Laut von sich gegeben.
„Das war noch nicht alles“, fing Innenraum an „Da sind noch welche.“ Und tatsächlich, das Geräusch von Schritten war noch nicht verstummt.
„Haben die den Schuss nicht gehört?“ Flüsterte Poly.
„Nein, Dussel. Hab doch ´nen Schalldämpfer drauf. Die sind zu weit weg, nich ma´auf´n Radar zu sehn.“
„Kann ich nicht irgendwie helfen?“ Das Mädchen versuchte erneut aus der Defensive zu gelangen.
„Was hab ich dir gesagt? Nein, verdammt. Du wartest bis wir den Weg freigemacht haben!“ Nora wurde ärgerlich.
„Du kannst höchstens die Kisten die hier herumstehen durchsuchen.“ Der Fixer wühlte in seinem Rucksack und holte einen elektrischen Dietrich hervor. „Damit geht es besser.“
Nora schnaubte. „Fall mir ma in den Rücken Innen! Ich hab gesagt, sie soll warten.“ Ihre Augen blitzten böse.
„Noramaus, lass sie doch, wenn sie hinter uns bleibt passiert schon nichts.“ Er grinste frech. Er wusste eben, dass sie alles tun würde was er verlangte. Und tatsächlich, die Agentin widersprach nicht, und Poly strahlte zufrieden.
Nora und der Fixer folgten den Geräuschen und ließen das Kind hinter sich zurück, sie würde Fässer, Kisten und Apparaturen nach Brauchbarem durchstöbern.

Innenraum grinste immer noch selbstzufrieden. Eigentlich sollte er sich mehr konzentrieren und aufpassen, aber ihn durchflutete dieses angenehme Gefühl von Macht und Eitelkeit. Er musste nur immer schön sche1ßfreundlich bleiben, und der Süßen Honig ums Maul schmieren, dann würde er dieses herrliche Gefühl ihrer Demut voll auskosten können. Er würde dieses freche, kratzbürstige Luder zähmen und aus seiner Hand fressen lassen!
Na schön, er hatte nun auch dieses, noch lange nicht reife, Gör am Hintern kleben. Aber es konnte ja nicht schaden, auch in Zukunft die Begierden seiner Männlichkeit befriedigen zu können.
Er war ein gefühlsarmer Egoist, dass wusste er. Aber er schämte sich dessen nicht.
„Da vorn is er!“ Seine Begleiterin hielt an und deutete in den zwielichtig beleuchteten Korridor. Dort stand ein kräftiger Cyborg, bewaffnet mit Pistolen.

Am anderen Ende des Flures hockte Polyester vor einem Aluminiumkasten, welcher mit einem Schloss verriegelt war. Sie stocherte mit dem Bart des Dietrichs im Schlüsselloch umher. Mit der elektronischen Handhabe des Gerätes kannte sie sich noch nicht aus.
„Komm schon, geh auf du Mistding!“ Fluchte sie. Ihre Finger krampften sich um das Werkzeug, Schweiß stand auf ihrer Stirn, sie probierte verbissen.
„Etwas nach links, wieder nach rechts. Rütteln......Aaaaaaaah! Pippikacka, so´n Sche1ss!“ Sie stand auf und stampfte wütend mit den Füssen. Es machte „Klack“. Der Deckel des Kastens öffnete sich. Gespannt lugte das Mädchen hinein, und wich plötzlich erschrocken zurück. Eine handvoll riesiger Flöhe sprang sie an. Jeder so groß wie eine gut genährte Ratte. Sofort verbissen sich die Tiere in ihre Haut, die ja nur durch dünnen Stoff geschützt war. Polyester schrie gellend auf.

Nora fing an zu schleichen, die kleine Gestalt der Agentin verschmolz mit dem Untergrund und den Wänden. Innenraum machte sich bereit eine Salve abzufeuern.....
.....dann der Schrei!
Die Agentin erschrak und drückte ab. Das Projektil zischte durch die Luft auf den Cyborg zu, traf ihn, aber nur in die Schulter. Reflexe von übernatürlicher Kraft durchzuckten die Kampfmaschine als er auf die beiden zustürmte.
„Schieß!“ Brüllte Nora Innenraum an. Sie selbst legte mit aller Ruhe an. Vor ihrem inneren Auge tauchte das Fadenkreuz auf.
Konzentration.
Die Salve des Fixers zerschmetterte dem Roboter die Kniegelenke, der Cyborg strauchelte und schoss. Innenraums Kampfinstinkt ließ ihn vermuten, dass der Koloss auf seine Brust gezielt hatte. Ohne zu zögern ließ er sich deswegen fallen und rollte geschmeidig zur Seite weg. Mit einem Sprung stand der Opifexmann wieder auf den Füssen.
BANG! Nora hatte erneut geschossen. Diesmal traf sie den Gegner direkt zwischen die Augen. Hydrauliköl trat aus. Oder war es etwas synthetisches Blut? Der Cyborg fiel vorne über und blieb reglos liegen.
„Was hat diese Nervensäge nu´ schon wieder? Das hätte auch schief gehen können, bei diesen Drecksmaschinen weiß man nie was kommt!“
In diesem Moment kam eine, aus mehreren Bisswunden blutende, Polyester auf sie zu. „Sag, bist du irre? Hier so rumzukreischen. Innen und ich wären beinahe hopps gegangen!“ Nora holte aus und wollte dem Kind eine scheuern. Doch Innenraum griff blitzartig zu und hielt ihre Hand fest.
„Ruhig Mädels, ist ja gut. Wir leben ja alle noch. Und was hat dich da gebissen Poly?“ Er zeichnete vorsichtig mit dem Zeigefinger eine langgezogene Wunde unterhalb ihrer Brust nach. Das Mädchen wurde etwas rot, unter ihrem Anzug bekam sie Gänsehaut.
„Putzig, die Kleine.“ Dachte der Fixer.
„Lass mich los! Und hör auf das Kind zu befingern, ist ja eklig!“ Nora riss sich los und fragte ebenfalls: „Was hat dich angegriffen, hä?“
„Ich habe nur einen Kasten geöffnet, da sind mir so blöde Krabbelviecher ins Gesicht gesprungen.“ Sie sah der Älteren fest in die Augen. „Hab sie totgetreten. Können wir jetzt weiter?“

„Zehn fiese Cyborgs lagen auf der Lauer.
Die Nora hat ein´totgeschossen, da warn die andren sauer.
Neun dumme Cyborgs kriegen langsam Wut.
Poly stellte dem dümmsten ein Bein,
und brauchte nicht mal Mut.
Acht bösige Cyborgs....“

„Bitte Innen, stopf ihr den Mund. Womit hab ich das verdient? Wie soll aus diesem Zappelkind eine Agentin werden?“ Nora lehnte an der Wand und war gerade dabei das Gewehr nachzuladen. Das Dreiergespann hatte sich den Weg durch zwei Stockwerke modrig riechende Flure gebahnt.
„Tja, irgendwas wird sich deine Mutter schon dabei gedacht haben. Vielleicht soll es so was wie eine Lehreinheit für diese bezaubernde Agentin hier werden.“ Er strich ihr zärtlich eine Haarsträhne aus dem, von Anstrengung gezeichnetem, Gesicht.
„Was soll ich von ihr lernen? Wie man Kinderlieder plärrt?!“
„Haha, sehr witzig.“ Polyester lachte Nora frech an. „Ich bringe dir bei, wie man gefährliche Gegner mit 1A Kung-Fu Tritten klein kriegt!“
„Soso, Kung-Fu.....ich schieße lieber!“ Mit diesen Worten hob sie das Gewehr, entsicherte, und schoss einem Nagetier, welches unschuldig an einer Wurzel kaute, ein Auge aus.
„Du bist grausam!“ Das Kind strafte Nora mit einem verachtendem Blick
Innenraum legte seine Hand auf Noras Schulter, und drehte sie zu sich. „Ich glaube, deine Ma will dir beibringen ruhiger zu werden. Und etwas Geduld und Einfühlungsvermögen könnte auch nicht schaden, was?“
„Aber warum DIE?“ Sie deutete auf Poly, die in einiger Entfernung auf- und abhüpfte und dabei ihr Liedchen weiterdichtete.
„Ich glaube in ihr steckt Talent. Auf jeden Fall ist sie unerschütterbar. Sieh doch, vorhin hat sie sich vor angst fast eingemacht, und laut geschrieen, jetzt singt sie fröhlich.“
„Mag sein, ich wär aber lieber allein mit dir...“ Hauchte Nora. Wie gern hätte sie es jetzt gehabt, ihn nah an sich zu spüren! Aber Innenraum runzelte nachdenklich die Stirn.
„Wir haben alles durchsucht, jeden verdammten Cyborg plattgemacht. Aber wo zum Teufel ist dieser dumme Nanokristall?“

„Ein einsamer Cyborg kratzte sich am Kopf.
Der böse Innen löscht sein Lichtlein aus, das wars mit dem Tropf.“
Das Kind sang, hüpfte seitlich den Flur hinunter und schlug dabei im Rhythmus auf die Wand. Bis sie ins Leere schlug und kopfüber in einen versteckten Raum fiel.
„Au!“ Ihre Handflächen bluteten, die Handschuhe waren zerrissen. Auf allen Vieren kroch sie rückwärts durch die holographisch erstellte Wand zurück.
„Ey ihr klugen Profis, hier geht’s weiter! Die Mauer ist nicht echt. Hab mich ganz schön auf den Hintern gesetzt.“ Sie ließ sich nach hinten auf den Po sinken, legte den Kopf schief und sah irgendwie aus wie ein folgsames Hündchen.
„Peinlich.“ Dachte die Agentin. Sie schritt an dem Mädchen vorbei in den neuen Bereich. Dieser Raum war anders gebaut als die übrige Anlage. Die Wände waren nicht von erdiger Farbe, sie waren strahlend weiß gefliest. Das Licht kam aus langen Neonröhren, die gleichmäßig summten. An der Stirnseite des Raumes führte eine Treppe hinab zu einer Brandschutztür. An dieser Tür war ein Bedienpaneel angebracht, auf dem mehrere rote Lämpchen blinkten.
„Gruselig, he?“ Wisperte Polyester.
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BeitragThema: Re: Aus Mackenzies "erstem" Leben   Di Aug 11, 2009 12:35 pm

„Ach das ist nicht weiter wild. Das krieg ich mit dem Dietrich schnell auf.“ Der Fixer streckte Poly auffordernd die Hand entgegen.
„Gib ihn mir mal.“
Das Mädchen wühlte in der mittlerweile schmuddelig aussehenden Bauchtasche, ihres ehemals quietschgelben Anzugs. Sie holte das kugelige Gerät hervor, welches verschiedenste Bärte und einen Sender für mehrere Frequenzbereiche hatte.
Damit gedachte Innenraum die elektronisch verriegelte Tür zu öffnen.
„Wenn da mal keine Falle drin ist!“ Zweifelte Nora, wartete aber mit verschränkten Armen ab.
„Wie machst du das jetzt?“ Fragte Polyester aufgeregt.
„Pass auf Kleine. Hier oben in dem runden Kopf ist ein kleiner Elektromagnet. Damit setze ich den Frequenzer an die Tür neben das Bedienfeld. Dann probiere ich einige Wellenbereiche durch, und irgendwann macht es –klick-, und Sesam öffne dich.“ Mit diesen Worten entriegelte er das Hindernis in rekordverdächtiger Zeit. Die roten Lämpchen hörten auf zu blinken und sprangen auf grün. Es zischte und die Tür glitt auf. Zufrieden steckte Innenraum den Dietrich weg. Die Agentin ging in den neu zu erkundenden Gang.
Verbrauchte Luft, die Deckenbeleuchtung war mit dem Öffnen des Einganges angegangen. Strahlend helles Neonlicht. Klinisch weiße Wände und Boden, jeder Schritt hallte in beängstigender Stille.
„Wir haben ganz schön viel Zeit verplempert. Mit dem Essen können wir uns das abschminken!“ Nora schlenderte den Flur hinab, strich mit der Hand über das Blatt eines künstlichen Gummibaumes, der dort stand. Links und rechts gingen Zimmertüren ab. Alle durchweg nummeriert.
„1.23“ Las sie laut vor und drehte sich dann abrupt um.
„Es sei denn wir trennen uns.“ Schlug Innenraum vor. „Ihr Mädels geht zusammen, und ich renn schnell alleine durch. In diesem Bereich scheint niemand zu sein.“ Er tippte mit dem Finger auf das ruhige Radarfenster seines Decks.
“Wenn was ist, tell mich an Nora.“

Beim „Antellen“ wird eine, zur betreffenden Person zugeteilte, Taste auf dem Nummernblock des Decks gedrückt. Ähnlich wie beim früheren Telefonieren. Alternativ kann auch ein Zahlencode eingetippt werden.
Der Ton wird direkt am Kehlkopf des Sprechenden aufgezeichnet, mit Hilfe eines Bügelmikrofons.
Der Vorteil daran ist, das extrem leise gesprochen werden kann, so dass Außenstehende nicht aufmerksam werden.

„Wenn du meinst. Wird, denk ich schnell gehen. Is ja nix los hier. Komm Poly. Hopp hopp, will raus hier.“
Die Agentin griff sich die Agentin in spe, und schob sie sanft vor sich her.
„Hey, schubs nicht so Chefin!“ Gluckste das Kind los, und fing an zu rennen. In einen Nebengang, der nach rechts führte. Der Fixer machte sich daran den Hauptflur zu untersuchen.
Nora musste lächeln, als sie der Kleinen hinterher sah. Ihre Mutter, und auch Innenraum, hatten Recht gehabt. Polyester war etwas Besonderes.
„Hmm, sag ma, wo kommste überhaupt her?“ Sie lief jetzt neben dem Mädchen.
„Wie, wo her?“ Fragte es.
„Na, ich mein, meine Ma hat gesagt, dass sie dich auf dem Hügel in Athen aufgelesen hat. Du hast nach Arbeit gesucht.“
„Ach so meinst du das! Ich bin mit einem Shuttle angekommen, oben am Shuttle-Port. Bin von Terra weg, das war mir nichts mehr. Ich will berühmt werden!“ Polyester reckte die Arme in einer übertriebenen Pose von sich.
„Wie von Terra weg? Du kommst von der Erde?!“ Nora blieb stehen und sah das Kind überrascht an.
„Aber du bist eine Opifex! Du gehörst einer der neuen Rassen an. Wie kannst du dann von Terra kommen?“
„Wer sagt denn, dass nicht auch Leute von Rubi Ka zur Erde gehen? Meine Mutter hat mich mit zum Heimatplaneten der Menschen genommen. Sie ist Wissenschaftlerin.“
„Mir wurde immer erzählt, dass die Menschheit die Erde verlassen hat, weil’s da nicht mehr soo gut zu leben ist. Kaputte Umwelt, keine Rohstoffe mehr, uns so. Da sind die Leute eben zum Mars, Jupiter oder eben hier nach Rubi Ka.“
Die beiden waren im Gespräch versunken einfach weitergelaufen. Sie hatten nicht einmal bemerkt, dass das Licht zu flackern anfing.
„Komm Poly, setz dich erzähl ma. Warum hast du deine Mutter allein gelassen?“ Nora ließ sich an der glatten Wand hinabrutschen und setzte sich auf den Fliesenboden.
„Was ist mit Innen? Wir wollten ihm helfen.“ Fragte das Kind.
„Was soll mit dem sein? Lass den ma allein suchen. Hab jetzt Lust zu quatschen. Also, warum biste nach Rubi Ka zurück? Du bist doch noch viel zu jung allein zu leben...“
„Ich bin fast dreizehn!“ Empörte sich Polyester.
„Dafür aber recht mickrig, he?“
„Hör auf mich zu veräppeln, ich komm gut allein zurecht!“ Das Kind wollte wieder aufstehen. Nein, beleidigen lassen, dass gefiel ihr nicht in diesem Zusammenhang. Nora hielt sie fest.
„Komm schon, sonst biste nich so empfindlich. Lass dir nich die Würmer aus der Nase zerren.“

Poly begann leise zu erzählen:
„Mutter ist Wissenschaftlerin bei einem Konzern, der sich mit alternativer Energiegewinnung beschäftigt. Sie arbeitete an einem Projekt, das auf der Erde zuende geführt werden sollte. Weil da ist Sense mit Rohstoffen, wie du eben schon gesagt hattest.“ Das Mädchen wirkte auf einem Mal abgeklärt und sehr erwachsen.
„Sie hat meinen Vater verlassen für diese Arbeit. Mich nahm sie mit auf Terra, meinen Vater habe ich seitdem nicht wiedergesehen. Neun Jahre ist das jetzt her.“
„Und wie ist das so auf der Erde?“
„Anders als hier. Es gibt Jahreszeiten. So richtig, mein ich. Hier auf Rubi Ka ist es immer mild, es regnet mal, stürmt, oder es wird mal heißer. Mal so, mal so. Ohne erkennbaren Plan.
Auf der Erde schneit es, die Bäume verlieren im Herbst die Blätter. Und wenn es Frühling wird, fangen die Vögel an zu singen.“

Das Licht im Gang ging stroboskopisch an und aus. Der Fixer fluchte, denn die Gegner waren an sich nicht schwer zu besiegen. Doch das Geflacker erschwerte die Sicht.
Wieder hatte er einen Cyborg mit einer gekonnten Salve ausgeschaltet. Innenraum kniete sich nieder und leerte gewissenhaft dessen Taschen. Außerdem entnahm er ihm die Implantatchips und brauchbare Roboter Bauteile, die er auf die Schnelle von dem „Leichnam“ abbauen konnte. Es war ziemlich viel Zeit verstrichen seit er mit den Mädchen aus Athen aufgebrochen war.
Ärgerlich, verdammt ärgerlich, denn der Automat, der ihm den Auftrag ausgegeben hatte, hatte angegeben, dass das Nano hier zu finden sei. Es musste irgendwo öffentlich herumliegen, die Gruppe hätte es schon längst finden sollen.
Er trat an die nächste Tür. „1.34“ Sie war verschlossen. Innenraum atmete auf. Wenn diese Tür zu war, musste auch etwas lohnenswertes dahinter sein, soweit seine Logik. Er zückte den Frequenzer und hängte ihn neben das Türschloss. Dann gab er den Sicherheitscode ein, mit dem er das Gerät sperrte und drückte auf die START-Taste. Nun würden automatisch alle Wellenbereiche durchgetestet, außerdem möglicherweise Zahlenkombinationen zur Freigabe der Tür eingegeben. Der Vorgang dauerte nicht lange nach nicht einmal einer Minute steckte der Fixer den Dietrich wieder ein. Schnell schaute er sich im Raum „1.34“ um. Ein Wartezimmer. Ledersofas, Topfpflanzen, Aschekübel, für Leute die das längst überholte Laster des Rauchens immer noch nicht lassen konnten.
Und da lag es! Achtlos auf einem Beistelltisch abgelegt. Das Nano. Oder besser: der Nanokristall. Ein Behälter aus keimfreiem Glas, mit Nährlösung und Nanobots befüllt. Diese Flüssigkeit kann verschieden beschaffen sein, je nachdem wie empfindlich die Bots in diesem Kristall sind. (Nanobots -> winzig kleine, biomechanisch hergestellte Mehrzeller)
In diesem Fall handelte es sich um eine Zweikomponenten-Befüllung mit zusätzlicher Stickstoffkühlung. Um das Glas wanden sich Kunststoffschläuche, die den Stickstoff gleichmäßig um den Kristall verteilen. Dieses Nano war durch die Apparatur recht groß, etwa fünfzehn Zentimeter lang. Nach unten hin verjüngte sich der Glaskolben und endete in einem Mundstück.

Nanoprogramme werden auf unterschiedliche Weise hochgeladen. Die simpelste Methode ist das Injizieren der Bots an die Stelle des Körpers, wo sie später benötigt werden. Entweder mit einer Kanüle, die sich am Nanobehältnis befindet, oder wenn Implantate (bzw. Chip-Schnittstellen) vorhanden sind, mittels eines Steckerkontaktes. Die Bots setzen sich dann an dem entsprechendem Muskel/Nerv fest und werden mit einem Befehl über das Deck aktiviert.
Die zweite Methode ist die des Inhalierens. Bei Nanoprogrammen, die etwa das Erscheinungsbild des Ausführers ändern (wie z.B ein Wolfmorph), müssen die Bots gleichmäßig über den Körper verteilt werden. Dies geschieht, indem die Nanobots über die Mundschleimhaut und die Lungenbläschen in den Blutkreislauf gelangen. Dort siedeln sie sich permanent an. Bei Berufsgruppen, die nicht der Abenteurerzunft angehören, zerfallen diese nach einiger Zeit. Der Abenteurer verabreicht sein eigenes Blutserum, um Berufsfremde zum Tier zu machen. Mit einem Programm-Tool aktiviert er „seine“ Bots im fremden Körper. Dies geschieht über Infrarot von Deck zu Deck.
Die dritte Möglichkeit ein Programm hochzuladen ist der direkte Transfer in den Hypothalamus. Dazu muss ein Kontaktpunkt am Kopf vorhanden sein, das heißt diese Nanokristalle können definitiv nur nach einer operativen „Verkabelung“ genutzt werden.
Zu diesen gehören zum Beispiel die sinneserweiternden Programme des Metaphysikers. Wenn ein „MP“ jemandem diese Bewusstseinserfahrung zuteil werden lassen will, wendet er ein primitiv anmutendes Hypnoseverfahren an. Welches jedoch zu excelenten Ergebnissen führt. Um dieses Verfahren korrekt ausführen zu können benötigt er Bots, die in seinem Gehirn einen adrenalinähnlichen Stoff produzieren, darum werden diese direkt dorthin verbracht.
Ein anderer Fremd“buff“ ist der sogenannte Kuschelbuff des Nanotechnikers. Der statt Hypnose Akupressur verwendet, welche für kurze Zeit die Intelligenz des Kunden erhöht.
Aus diesen Gründen sind Nanokristalle verschieden aufgebaut.

Innenraum wickelte den wertvollen Kristall in Luftpolsterfolie ein und steckte das Bündel gut weg. In diesem Moment ging das Licht endgültig aus. Dunkel wars.....
„Was soll das denn nun schon wieder?“ Der Fixer tastete sich zur Tür vor, und merkte am Luftzug, dass diese grad zugeglitten war. Das elektronische Signal, welches das Druckluftventil angesteuert hatte, war abgefallen, und somit schaltete das Ventil um. Die Tür war zu.
„Ach du sche1sse!“ Fluchte er. Er versuchte das Hindernis aufzuschieben, aber er fand keinen Halt an der glatten Metallplatte.
Für den Bruchteil einer Sekunde dachte er daran sich ein Programm zu buffen und durchs Netz zu entkommen. Aber das Fünkchen Gewissen in ihm dachte an Nora und Polyester. Vielleicht waren auch sie eingesperrt wegen dem Stromausfall?
Er stolperte zurück zu der Sitzgruppe, ließ sich in das Leder fallen und schaltete das beleuchtete Tastenfeld des Decks ein. Er tippte Noras Nummer.

Polyester antwortete gerade auf eine Frage, die ihr Nora gestellt hatte: „Ob ich meinen Vater suchen will? Hmmm, nein. Er wird mich finden. Ich hab vor berühmt zu werden!“
„Du bist dumm Poly. Mag sein, dass du irgendwie bekannt wirst, aber eher wie ein bunter Hund, Trine. Wie soll er dich finden? Er weiß doch nicht einmal , dass du dich Polyester nennst!“
Bevor Poly widersprechen konnte ging das Licht aus.
„Huch.“ Machte das Kind nur, Nora hingegen zuckte heftig zusammen. Wegen diesem, sentimentalem Gequatsche hatte sie alles andere vergessen. Sie hatten sich einfach hingesetzt und weder an die Aufgabe, noch an eventuelle Gefahren gedacht.
„Das verfluchte Notstromaggregat is aus! Mann, sche1sse!“ Sie sprang auf und zerrte Poly ungefragt am Arm nach oben. „So, du bleibst hier stehn. Ich guck mal, ob ich dieses Rotzlicht wieder an krieg.“
Da piepste es in ihrem Ohr. „Ein Tell von Innenraum, wart ma.“
„Ich soll doch sowieso warten...“ Die Kleine fummelte an ihren zerrissenen Handschuhen.
„Nora?“ Die Agentin hörte seine Stimme direkt im Ohr, das Implantat ermöglichte dies. „Das Licht is aus, warst du das?“ Antwortete sie ihm mit einer Gegenfrage.
„Nein, der Saft ist alle. Siehst du mich auf deiner Karte?“„Jo, klar. Hab dich drauf.“
„Sehr gut. Hör zu, bin hier eingesperrt, die Tür ist zugegangen wegen dem Stromausfall. Komm mal her, und sieh zu, dass du von außen was machen kannst. Müsstest eigentlich nur die Druckluft kappen.“
„Is gut, bin aufn Weg, bis gleich.“ „Was ist los?“ Fragte Polyester aufgeregt. Sie konnte Nora in der Dunkelheit so gut wie gar nicht erkennen. Nur die Beleuchtung des Decks sorgte für ein schemenhaftes Bild.
„Innen sitzt fest. Ich muss ihn rausholn, du wartest hier!“ Die Agentin wollte schon losgehen, aber Poly hatte Einwände. „Warum soll ich immer warten? Ich soll doch was lernen. Ich komme mit, vielleicht brauchste meine Hilfe. Sie griff nach Noras Hand, denn sie wollte sie im Dunklen nicht verlieren. Die riss sich aber los. „Sag ma, biste taub? Du bleibst stehn! Was hab´n wir da fürn Fang mit dir gemacht? Warscheinlich biste gar nicht allein von deiner Ma weg. Die hatte einfach die Schnauze voll von dir! So was dusseliges hab ich noch nie erlebt.“ Sie drehte sich um und ging den Weg zurück, den sie gekommen waren.
Die Dunkelheit war erdrückend, aber das war der Agentin egal, gab Schlimmeres. Dieses Kind zum Beispiel!
Wieder ein Abzweig. Sollte sie genau den Weg zurückgehen den sie gekommen waren? Oder eine direktere Strecke wählen? Sie sah Innenraum als blau-weißen Punkt auf ihrem Display, er ging nervös auf und ab. Räume und Gänge, die sie auf dem Hinweg erkundet hatten, waren exakt auf der Karte eingezeichnet, alles andere lag im Verborgenen. Das Gebiet, in dem sich der Fixer aufhielt, war ihr unbekannt.
„Wenn ich hier rechtsrum geh, bin ich garantiert schneller da!“ Vermutete sie.
„Ach übrigens, wenn du schnell bist mein Hase, können wir dann einen Burger bei Kerzenschein verputzen. Das Nano hab ich hier bei mir.“ Klang es in Noras Ohr. Unbewusst fing sie an zu lächeln und beschleunigte ihren Schritt.
„Ich komme, bin gleich da!“ Antwortete sie. Sie sah nicht viel, nur das Deck gab etwas Licht. Sie ärgerte sich, dass sie ihre Rückenlampe nicht dabei hatte. Dieses peinliche, hässliche, aber durchaus praktische Gerät.
Flure, mit Türen, Schatten von Skulpturen und Pflanzen, die mit einer dicken Staubschicht überzogen waren. Ein schwacher Geruch nach Formaldehyd. Was hatten sich die Forscher hier wohl perverses einfallen lassen? Der Korridor endete an einer ähnlichen Brandschutztür, die Innenraum geöffnet hatte, um sie in den Forschungstrakt zu lassen. Sie stand offen, wohl auch durch eine elektronische Störung. „Ein Glück.“ Dachte Nora. „Gleich bin ich bei dir, du knackiger Fixer.“ Kicherte sie. Hätte man ihr diesen Ausbruch vorgespielt, wäre sie entsetzt gewesen. Liebe macht blind und blöd. Sie rannte nun schon fast durch den Türsturz. Und......
Sturz!
Sie hatte den klinisch-weißen Bereich verlassen, wieder Modergeruch, Wurzeln, tröpfelndes Wasser. Und dieses Loch im Boden, in welches sie grad hineinfiel.
Das Wasser hatte über Jahre hinweg den Fußboden aufgeweicht, das PVC war zerrissen und alles war in die Tiefen einer natürlichen Höhle gerutscht. Nora versuchte sich am Rand des Loches festzuhalten, an den Wänden des Abhanges, der sich unter ihr auftat. Vergebens. Sie fiel und rutschte, und schlug auf, und rutschte.
Es war dunkel. In dem Loch und in ihr.
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